Politik

Dia Jamaika-Koalition und meine eigenen gescheiterten Verhandlungen

Keine Jamaika-Koalition. Und was jetzt?

Wieso passieren in der Politik eigentlich ständig Dinge, die ich nicht kommen sehe? Brexit, Trump, eine starke AfD sind nur ein paar Beispiele für politische Entwicklungen, von denen ich dachte: „Ach, passiert doch eh nicht!“ Ist alles passiert. Alles. Ich war mir übrigens auch sicher, dass CDU/CSU, FDP und Grüne eine Jamaika-Koalition bilden würden, dass ihre Gespräche nicht scheitern würden.

Bin ich einfach nur naiv? Ahnungslos? Lebe ich irgendwie an der Realität vorbei? Aber was ist schon Realität? Egal.

Die Jamaika-Koalition und ich

Fakt ist, dass jetzt doch wieder alles anders ist als gedacht. Das erinnert mich wieder daran, dass ich hier auf meinem Blog großspurig angekündigt hatte, mich politisch engagieren zu wollen. Das war direkt nach der Bundestagswahl, als die AfD mehr als genug Stimmen bekommen hatte, um in den Bundestag einzuziehen.

Seitdem befinde ich mich in schwierigen Koalitionsverhandlungen mit mir selbst. Will ich den Grünen beitreten? Der SPD? Einfach was für Flüchtlinge tun? Leider war es letztlich so, dass meine Verhandlungen stockten. Obwohl oder gerade weil die Positionen so nahe beieinander liegen, haben sich meine inneren Gesprächspartner gegenseitig blockiert. Eine Einigung schien nicht möglich, also wurden die Gespräche ausgesetzt.

Einfach weiter leben?

Ich muss zugeben, dass ich mich dann doch wieder auf den Politikbetrieb verlassen habe. Darauf, dass die Jamaika-Koalition funktionieren würde. Dass sich die Dinge beruhigen würden. Dann hätte ich wieder einfach so weiter vor mich hin leben können.

Ich hätte mich freuen können, wenn ich ein paar Plastiktüten pro Monat weniger benutze. Hätte stolz darauf sein können, dass Bio-Gemüse und konventionelles Obst es schaffen, eine Jamaika-Koalition in meinem Mixer einzugehen, ohne sich zu zerfleischen. Und ich hätte meine wertvolle Zeit dazu nutzen können, mir genau zu überlegen, ob ich dieses Jahr noch meine teuflische Wintermütze mit dem Kunstpelz-Bommel tragen will oder nicht.

All das bringt mich zu einem weiteren Grund für das Aussetzen meiner inneren Koalitionsverhandlungen: Woher soll ich eigentlich die Zeit nehmen, mich politisch zu engagieren? Ich gebe zu, ich habe die starke Befürchtung, dass ich mir zu viel vornehme und am Ende an meinem Vorhaben scheitere. Aber wenigstens hätte ich es dann wirklich versucht – und nicht nur gut gemeint, oder?

Neuwahlen, ja oder nein?

Übrigens bin ich schwer am Überlegen, ob ich politische Wahrsagerin werden sollte. Da alles einzutreten scheint, was ich niemals für möglich gehalten hätte, kann ich doch ziemlich genaue Vorhersagen treffen. Eigentlich würde ich ja sagen, dass es auf keinen Fall Neuwahlen geben wird. Aber wir sprechen uns nochmal wieder, wenn es soweit ist.

In der Zwischenzeit nehme ich meine inneren Koalitionsverhandlungen wieder auf. Da die FDP bei mir sowieso nie im Gespräch war, könnte es sogar sein, dass die Verhandlungen gelingen. Aber ich werde mich hier zu keiner Voraussage hinreißen lassen. Wir wissen ja alle, was sonst passieren wird.

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