Familie

Papalapapp – Verkehrte Welt

Papalapapp, du weisst doch gar nichts über mich!

Was muss man als Frau, besonders als Mutter, in dieser Gesellschaft eigentlich noch tun, um irgendwie als Mensch ernst genommen zu werden? Leute, es ist höchste Zeit für ein paar Zeilen gepflegten Hass auf den Status Quo. Ich war diese Woche mit meinem Mann bei der Bank. Da ging es ums Sparen, darum, wie viel Geld wir momentan und gegebenenfalls zukünftig zur Verfügung haben und was wir damit eigentlich machen wollen.

Ich will euch mit den Details nicht langweilen. Ich schlaf ja schon beim Tippen ein, wenn ich mir nur überlege, das zum Thema zu machen. Ein Punkt bei der Beratung hat mich aber wirklich aus der Fassung gebracht. Da ging es um unser Arbeitspensum. Der Bankberater hält es für sinnvoll, dass mehr Kohle in den Haushalt kommt. Soweit so gut. Derzeit arbeiten wir beide nicht so viel und teilen uns die Betreuung unserer Tochter.

Frau und Hauptverdienerin!

Wir wollen beide rauf mit den Stellenprozenten, weil wir Gleichberechtigung cool finden. Dazu möchte ich hier noch anmerken, dass ich mehr Geld verdiene als mein Mann. Oh mein Gott! Ja, das geht tatsächlich! Irre, ich weiß! Eine Frau, die mehr verdient als ihr Mann. Es ist unfassbar.

Nein, ist es eigentlich nicht. Unfassbar ist vielmehr, dass der Bankberater die Nerven hatte, meinem Mann mindestens zweimal zu sagen: „Vielleicht können Sie ja dann bald auch wieder rauf auf 100 Prozent.“ What the fuck? Manchmal muss man drastische Worte wählen.

Ähnliches ist mir vor etwa einem Jahr passiert, als meine Versicherungsberaterin um einen Gesprächstermin bei uns zu Hause gebeten hatte. Als sie vorschlug, mein Mann könnte ja mal eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, damit die Familie auch auf jeden Fall abgesichert ist, hätte ich sie am liebsten im hohen Bogen nach draußen befördert. Manchmal frage ich mich, wie ich in solchen Momenten überhaupt freundlich bleiben kann.

Mama – und sonst nichts?

Fakt ist: Es scheint völlig schnuppe zu sein, wie viel Geld ich verdiene, ob ich arbeiten möchte und ob mein Mann und ich uns gemeinsam um unser Kind kümmern wollen. Die Gesellschaft schreit mir geradezu ins Gesicht: Du bist Mama! Und sonst nichts! Du bist Frau! Und damit weniger wert!

Wenn ich mich über sowas aufrege, nennt mein Mann mich manchmal liebevoll seine kleine Emanze. Das wollte ich eigentlich nie sein. Ich will einfach nur ernst genommen werden. Zumindest als gleichwertig betrachtet werden – obwohl ich ja sogar mehr verdiene. Oder ist das ein völlig absurder Wunsch?

Ja, absurd ist in diesem Zusammenhang sowieso das richtige Stichwort. Mir sind noch mehr absurde Situationen eingefallen, in denen ich selbst schon war oder die ich von anderen Frauen gehört habe. Deshalb habe ich beschlossen, die Absurdität der Dinge mal zu zeigen. Und zwar mit Zeichnungen, in denen Männer solchen Quatsch zu hören bekommen. Verkehrte Welt also. Fällt es jetzt endlich auf, dass da irgendwas nicht stimmen kann?

Papalapapp in schwarz-weiss

Hier zeige ich euch mal eine drei ersten Zeichnungen. Ja ja, mehr schlecht als recht, aber der Gedanke zählt. Bleistift musste ausreichen. Damit kann man die schwarz-weiße Welt ja ganz gut zeigen! Und ich hoffe, dass meine Künste mit der Zeit noch besser werden. Unter dem Tag „Papalapapp“ werde ich immer mal wieder ein Bildchen veröffentlichen.

Diese Bilder widme ich allen Mamas, die immer wieder in Schubladen gepresst werden – und natürlich allen Papas, die für ihre Familie da sein wollen, die sich aber in diesem Wunsch von der Gesellschaft nicht verstanden fühlen.

Papalapapp, du weisst doch gar nichts über mich!

Papalapapp, es arbeiten doch beide!

Papalapapp, ich will selber entscheiden!

Papalapapp, muss das sein?

Papalapapp. Ich halte mir die Ohren zu.

So ein Papalapapp! Muss man sich sowas anhören?

 

Habt Spaß und bleibt locker. Ich versuch’s auch!

Papalapapp – Verkehrte Welt
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