Umwelt

Kolumbien: Welches Leid droht, wenn Rebellen und Staat Frieden schließen

Frieden in Kolumbien = Tod für den Pfeilgiftfrosch? Es ist möglich!

In Kolumbien droht der Friede

Der Schreckliche Pfeilgiftfrosch könnte Opfer des Friedens in Kolumbien werden. Wie wäre es mit Asyl für ihn in Tschernobyl?

Ich war ja bisher immer voll für Frieden. Frieden ist eine super Sache! Die Leute leben vor sich hin wie sie wollen, niemand muss leiden und kein Unschuldiger muss unnötigerweise sterben. Keiner? Ach wäre es doch nur so einfach! Es grassiert eine Meldung in den Nachrichten, die den Frieden und das Leid auf ungeahnte Weise zusammenbringt.

Kolumbien und seine Frösche

Ward ihr schon mal in Kolumbien? Ich auch nicht. Ist aber bestimmt eine Reise wert! Da gibt es Regenwald und jede Menge abgefahrene Tiere. Zum Beispiel den Schrecklichen Pfeilgiftfrosch. Er heißt wirklich so – und der Name ist Programm. Sein Gift ist für den Menschen tödlich, aber es lässt sich auch damit experimentieren. Es gibt also durchaus Menschen, die Interesse daran haben, den giftigsten Frosch der Welt in die Finger – oder lieber: in ihre Labore – zu bekommen. Und es gibt Menschen, die ihn einfach gerne in ihren Terrarien haben.

Diese Tatsachen haben manche Kolumbianer so lange es ging genutzt, um den Frosch zu jagen und nach Europa oder Nordamerika zu verkaufen. So lange es ging: Das war der Fall, bis die Farc-Rebellen in Kolumbien den Zugang zum Regenwald versperrten.

Versöhnung nur für Menschen

Die Farc Rebellen? Das sind linksgerichtete Guerillakämpfer, die seit Mitte der sechziger Jahre gegen den kolumbianischen Staat gekämpft haben. Ihre Einnahmequellen: Drogen, Erpressung, Entführung. Ganz böse Jungs. Jetzt aber soll Frieden herrschen zwischen den Guerilleros und dem Staat. Bis Ende Mai sollen sie unter UN-Kontrolle alle Waffen niederlegen.

Welch freudiges Ereignis! Fast. Eine Gruppe der Spezies Mensch aber hat die Warnblinker schon jetzt eingeschaltet: Die Biologen. Sie haben große Sorge um ihre kleinen Freunde, die Schrecklichen Pfeilgiftfrösche. Wenn Frieden herrscht, werden die Rebellen nämlich aus dem Regenwald hervorkriechen und ihn den Wilderern freigeben, die ihn bisher aus Angst vor Kugelhagel gemieden hatten.

Das gelbe Fröschlein steht ja jetzt schon auf der Liste der bedrohten Tierarten. Was soll nur werden, wenn die Menschen sich friedfertig in den Armen liegen?

„Pfeilgiftfrösche nach Tschernobyl“

Das kann ich einfach nicht mit ansehen, mag es mir nicht mal vorstellen. Deshalb gründe ich hiermit die Initiative „Pfeilgiftfrösche nach Tschernobyl“. Nach der menschengemachten Umweltkatastrophe ist das Gebiet rund um das ehemalige Atomkraftwerk längst ein Zufluchtsort von allerlei Tierarten geworden.

Die Tiere in Tschernobyl sind bereits einverstanden, den Fröschen aus Kolumbien Asyl zu gewähren. Die Frösche zögern noch. Zuerst wollen sie versuchen, sich mit den niedergestreckten Waffen der Rebellen zu verteidigen. Für den Fall, dass sie ihre Meinung noch ändern, suche ich hiermit freiwillige Tierschleuser, die die Pfeilgiftfrösche nach Tschernobyl bringen, um sie davor zu bewahren, dass Schmuggler sie ihrer Heimat entreißen und rund um den Globus schicken. Geht nämlich gar nicht!

Foto: H. Krisp/Wikimedia

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