Umwelt

Second Hand Klamotten – für mein Baby nur das beste?

Ein Ausschnitt aus dem Second Hand Klamotten Fundus meines Babys.

Ich hab ja mal gehört, dass es Leute geben soll, die sagen: „Du kannst doch deinem Baby keine gebrauchten Klamotten anziehen!“ Geht’s noch? Wisst ihr eigentlich, wie teuer neue Baby Klamotten sind? Ihr wollt es gar nicht wissen. Teilweise gebe ich für meine Kleidung nicht viel weniger aus. Und so ein Baby wächst ja ständig raus aus seinen Hosen, Bodys, Pullovern, Jacken, Strumpfhosen und was man nicht alles braucht.

Klingeling, Second Hand Klamotten fürs Baby!

Also ich kaufe gebraucht. „Dann sind wenigstens schon alle Schadstoffe raus“, sagt mein Bruder immer. Und Recht hat er. Tue ich also das absolut Richtige und Vorbildliche, wenn ich vor Freude mit mir selbst Cha-Cha-Cha tanze, nachdem ich eine ganze Tüte voller gebrauchter Babyklamotten im Second Hand Laden für unter zehn Euro gekauft habe?

Ich könnte jetzt seitenweise meine Gedanken darnieder schreiben, um euch von meiner Meinung zu überzeugen. Aber abgesehen davon, dass ihr entweder einschlafen oder schlimmer noch: wegklicken würdet, habe ich eine noch wirkungsvollere Methode, um euch davon zu überzeugen, dass ich es nicht nur gut meine, sondern auch gut mache.

Greenpeace und Ökotest sagen, wie es geht

Ich lasse Experten sprechen. Zunächst Greenpeace: Die Organisation fordert von Konsumenten, Kleidung nur neu zu kaufen, wenn man sie wirklich braucht und lange trägt. Klar brauche ich Kleidung für mein Baby wirklich. Aber lange tragen kann meine Kleine sie nicht. Denn sie wächst und wächst und wächst. Was Greenpeace sonst noch über den Konsum von Klamotten zu sagen hat, lest ihr hier.

Ich habe außerdem für euch bei Ökotest nachgefragt, wie es denn wirklich um das Thema Schadstoffe in Baby Klamotten steht und welche Kleidung man am besten für den Nachwuchs kaufen sollte.

Christine Throl von Ökotest sagt: „Generell raten wir zu gebrauchten Baby- und Kindersachen, weil viele Schadstoffe durch häufiges Waschen aus den Textilien entfernt werden.“ Puh, alles richtig gemacht. Aber sie hat noch mehr Tipps für mich und euch: „Zudem empfehlen wir GOTS- und IVN-zertifizierte Kinder- und Babysachen. Bei der Produktion solcher Naturtextilien sind eine Vielzahl von kritischen Farbstoffen und Substanzen zur Textilausrüstung tabu.“

Reicht es auch, Baby Kleidung aus Biobaumwolle zu kaufen? Da müsste die Qualität doch auch stimmen, oder nicht? Christine Throl: „Viele Hersteller setzen mittlerweile auf den Einsatz von Bio-Baumwolle. Die Verarbeitung der Biobaumwolle zum fertigen Kleidungsstück erfolgt dann allerdings nicht nach den strengen Anforderungen wie sie für zertifizierte Naturtextilien vorgeschrieben sind.“

Vorsicht vor hellen Etiketten 

Aber selbst wenn ihr auf Bioqualität und Zertifikate achtet, eine Schwachstelle haben Baby Klamotten dennoch oft, weiß Christine Throl: „Es ist ratsam, geweißte Etiketten vorsichtig aus der Bekleidung zu entfernen, ohne sie zu beschädigen. Denn wie unser aktueller Test Babybodys (2/2017) zeigt, können selbst in Etiketten von Naturtextilien optische Aufheller stecken.“ Was optische Aufheller sind und welche Gefahr sie für Mensch und Umwelt darstellen können, lest ihr in diesem Beitrag von Ökotest.

Generell rät Ökotest zudem, keine Bekleidung oder Ausstattung wie Wickelauflagen mit gummierten Accessoires, Kunststoffaufdrucken oder Kunststoffanteilen zu kaufen. „Denn darin finden wir regelmäßig Problemstoffe wie Phthalate, Ersatzweichmacher und andere umstrittene Substanzen“, sagt Christine Throl und fügt hinzu: „Bei Matschhosen oder Regenjacken kommt man allerdings um solchen Materialien nicht herum. Unser aktueller Test Matschhosen (4/2017) zeigt jedoch, dass Eltern die Wahl zwischen Produkte haben, die weniger mit Schadstoffen belastet sind und solchen die stark belastet sind.“ Hier geht’s zum Test.

Mein selbstloses Angebot an euch

Es liegt ja nahe, dass es auch für Erwachsene ratsam wäre, gebrauchte Klamotten zu kaufen. Alles andere schreit doch geradezu nach Verschwendung. Ihr fühlt euch gerade extrem schlecht, weil ihr just in diesem Moment von einer Shopping-Tour wiedergekommen seid? Ist nicht schlimm.

Ich habe lange darüber nachgedacht, aber ich denke, ich nehme die Last auf mich und biete euch folgendes an: Neue und ungetragene Klamotten (Bäh, was für eine Verschwendung) in Größe 34/36 schickt ihr am besten zu mir. Ich erkläre mich zu eurem persönlichen Wohl dazu bereit, diese mit Schadstoffen übersäten Produkte zu tragen. Sobald sie abgetragen und aus der Mode sind, schicke ich sie zum weiteren und total nachhaltigen Tragevergnügen zu euch zurück. Deal?

Und hier lest ihr, welche Peinlichkeiten beim eBay Kleinanzeigen Shopping passieren können 😉

Second Hand Klamotten – für mein Baby nur das beste?
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