Rezensionen

Seife selber machen – nix für Feiglinge!

Seife selber machen - halb so wild

-Werbung weil Buchtipp-

An dieser Stelle muss ich mich zuallererst bei meinem Lieblingsverlag entschuldigen: dem EMF Verlag, meinem Vertrauten, wenn es ums Selbermachen, um Rezepte und Inspirationen geht. Voller Euphorie habe ich den Verlag angefragt, ob ich das Buch „Natürlich schön – die Seifenmaufaktur“ auf meinem Blog vorstellen dürfte. Ich durfte! Oh Freude!

Und dann habe ich mir monatelang Zeit gelassen bis zu dieser Rezension. Es tut mir leid! Aber ich kann alles erklären…

Chemie-Experiment Seife selber machen

Ich wollte Seife selber machen, weil ich vor einiger Zeit beschlossen hatte, Plastikprodukte aus meinem Duschsortiment zu verbannen. Seife mit kilometerlangen Inhaltsangaben aus dem Chemielabor wollte ich aber auch nicht benutzen. Und Öko-Seife aus irgendwelchen Manufakturen ist leider nicht gerade günstig.

Ein Freund erzählte mir dann total begeistert, dass er Seife selber gemacht habe. Er habe einfach irgendwelche Töpfe aus dem WG-Schrank genommen, Natronlauge und Öle zusammen gerührt und dann in alle möglichen Gefäße abgefüllt, die er finden konnte: Schüsselchen, Eiswürfelbehälter aus Silikon und so weiter.

Er schenkte mir zwei kleine Stückchen Seife, in die er auch Rosentee gefüllt hatte, dessen Dornen sich mir später beim Händewaschen in die Handinnenflächen bohren sollten.

Jedenfalls klang das alles kostengünstig, einfach und nach Spaß. Das wollte ich auch! Und mit dem Buch übers Seife selber machen aus dem EMF Verlag konnte es ja auch endlich losgehen – oder?

Seife sieden – nix für Weicheier

Nicht ganz! Denn am Anfang der Lektüre habe ich echte Zweifel an meiner Eignung als Seifensiederin bekommen. Ich las, dass man ernsthafte Sicherheitsvorkehrungen treffen müsse. Dass man die Gefäße, die man zum Anrühren und Abfüllen der Seife benutzt, nie mehr zum Aufbewahren oder Zubereiten von Lebensmitteln benutzen darf. Dass man seine Augen unbedingt mit einer Laborbrille vor den das Augenlicht wegätzenden Spritzern der Natronlauge schützen müsse.

Ernsthaft, ich habe darüber nachgedacht, das Buch einfach wieder zurückzuschicken. Abgesehen davon, dass ich bei dem Versuch, Seife herzustellen, offenbar erblinden könnte, erschien mir das Vorhaben nicht mehr so preisgünstig, wenn ich mir einen Satz Töpfe, Schutzbrillen, einen extra Pürierstab und sonstiges Zubehör kaufen muss.

Aber aufgeben ist halt nicht so meins. Also bin ich ins nächstgelegene Second Hand Hinterhof-Kaufhaus gegangen, um Schneebesen, Messbecher und Kochlöffel für unverschämt wenig Geld zu erwerben.

Auf Ebay Kleinanzeigen gab es einen Top Pürierstab für fast nichts und einen Topf, der eingewickelt in die Lübecker Nachrichten zu mir nach Süddeutschland kam. Schutzhandschuhe habe ich mir aus dem Baumarkt gegönnt und eine riesige Schutzbrille auf Amazon.

Wiegen, Gießen, Freuen

Und dann ging es los – mit der erbauenden Hilfe meines Bruders, der mit mir darauf achtete, dass wir auf jeden Fall das Natriumhydroxid ins Wasser geben und auf keinen Fall das Wasser ins Natriumhydroxid, weil sonst die Welt untergehen würde. Oder zumindest meine Küche. Oder unser Augenlicht.

Wir wogen ab und gossen und warteten und gossen wieder und rührten und pürierten und freuten uns.

Am Ende lief alles ziemlich unspektakulär ab. Ich würde sogar sagen, es war wirklich einfach. Und Spaß hat es auch noch gemacht. Schnell ging es sowieso.

Die lange Wartezeit am Ende

Aber dieses Warten danach! Rund zwei Monate muss die Seife nach dem Anrühren vor sich hin liegen. Etwa ein Monat ist jetzt vorbei. Manchmal öffne ich den Schrank, in dem die Seifengefäße liegen und atme die ätherischen Öle ein. Im Buch heißt es, man könne mit der Zunge herausfinden, ob die Seife schon fertig gereift ist. Wenn es auf der Zungenspitze blitzelt, muss sie noch liegen. Wenn sie nur nach Seife schmeckt, ist sie fertig.

Vielleicht werde ich vor diesem Prozedere hemmungslos fluchen. Dann lohnt es sich wenigstens, meinen Mund mit Seife auszuwaschen.   

Den Freund habe ich übrigens gefragt, ob seine gesamte WG jetzt eigentlich tot ist, weil er die Seife einfach in Kochtöpfen angerührt hat, die danach wieder zum Kochen benutzt wurden – und die Seife in Eiswürfelbehälter abgefüllt hat, die danach wieder mit Wasser gefüllt ins Gefrierfach gewandert sind. Angeblich gab es keine Toten und auch keine gesundheitlichen Schäden.

Um mich aber vor einer Klage zu bewahren, werde ich an dieser Stelle auf keinen Fall verraten, was ich mit den Töpfen und dem übrigen Zubehör gemacht habe, nachdem ich die Seife darin selber gemacht habe.

Seife selber machen - dieses Buch zeigt wie es geht.

Seife selber machen mit dem Buch aus dem EMF Verlag

Und jetzt macht mit! Hier geht’s zum Buch Natürlich schön – die Seifenmanufaktur beim EMF-Verlag. Darin gibt es jede Menge Rezepte von der klassischen Olivenöl-Seife bis zur ausgefallenen Haferflocken-Seife. Ich habe die Mandelmilch-Seife ausprobiert. Aber sie muss noch ein paar Wochen liegen, bis ich sie benutzen kann.

Hier könnt ihr das Buch bei Amazon bestellen. Das ist gut für mich, weil Amazon mir dafür ein bisschen was bezahlt, aber ansonsten eigentlich scheiße, weil Amazon böse ist. Vielleicht bestellt ihr das Buch lieber direkt beim Verlag oder bei eurer örtlichen Buchhandlung. Das mache ich seit einiger Zeit recht konsequent – und es ist sogar echt einfach, wie ihr auf der Webseite meiner Dorfbuchhandlung seht.  

Seife selber machen – nix für Feiglinge!
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