Ernährung

Veganer Pfannkuchen – weil ich Küken liebe!

Jaja, lacht nur! Küken sind wirklich meine Lieblingstiere!

Warum ich die knuffigen Tierchen schon immer liebe – und welche Konsequenzen das für meinen Konsum von Eiern haben könnte, sollte, müsste.

Ostern gehört ja zu meinen Lieblingsfesten! Da feiern wir doch, dass die Küken geboren werden, oder nicht? Oder etwa, dass jährlich allein in Deutschland 50 Millionen Küken nach dem Tod geschreddert und anderweitig umgebracht werden, weil sie männlich sind und somit keine Legehennen werden können? Ach, oder war da nicht was mit Jesus? Hey, das hatte auch mit Tod und Leben zu tun. Nun gut, zurück zu den Küken.

Küken in Omas Garten

Ich erinnere mich, dass ich als Kind in der Osterzeit immer wieder diese flauschigen kleinen Wesen auf meinen eigenen winzigen Händen halten durfte. Ein paar Mal sogar bei meiner Oma, denn sie hatte Hühner im Garten, die auch immer mal Küken bekommen hatten.

Keine Ahnung, was mit den Tierchen geschehen ist, als sie groß wurden. Ich hatte nur Augen für sie als sie winzig klein, gelb und unfassbar niedlich waren. Ihr ahnt schon, was jetzt kommt: Ich gebe es zu, es ist vielleicht seltsam, möglicherweise etwas peinlich, auf jeden Fall absurd, aber – Küken sind meine absoluten Lieblingstiere! Immer schon gewesen.

Ich besitze eine Küchenschürze, auf der jede Menge Küken abgebildet sind, einen Teller mit Kükenaufdruck und habe ein winziges Plüschküken an meinem Arbeitsplatz stehen. Ganz besonders ans Herz gewachsen ist mir das Stofftierküken, das mir meine Mutter zum Geburtstag geschenkt hat als ich fünf, sechs, sieben Jahre alt wurde, ich weiß es nicht mehr genau. Aber ich weiß noch ganz genau, wie ich es zum ersten Mal in Händen hielt.

Ein zauberhafter Moment und gleichzeitig enttäuschend ohne Ende. Denn ich hatte mir von meiner Hühner-Oma ein Küken gewünscht, das niemals groß wird. Ein echtes Küken. Und jetzt sowas! Ein Stofftier. Naja, immerhin ist es wirklich niemals groß geworden – und hat dafür gesorgt, dass das Kind in mir auch niemals groß geworden ist.

Aaaaahhhh, ooohhh, ein Küken!

Was soll ich sagen? Ich liebe Küken. Jedes Mal, wenn ich die seltene Gelegenheit habe, eines aus nächster Nähe zu sehen, tickt bei mir alles durch. Dann geht es nur noch: Aaaahhhh, Oooooohhhhh, hach, wie süüüüüüß. In mir tobt die Verzückung, all meine Körperzellen tanzen vor Freude Tango miteinander, aber nach außen bleibe ich recht ruhig. Denn diese supersüßen, wunderbaren Kreaturen sind so zart und zerbrechlich, dass ich nicht zu laut und auf keinen Fall zu stürmisch sein will.

Ihr denkt jetzt vielleicht: Die spinnt doch! 32 Jahre alt und führt sich hier auf wie ein beklopptes Kind. Aber habt Erbarmen! Was sind eure Lieblingstiere? Hunde? Katzen? Hasen? Die meisten von euch konnten ihre Lieblingstiere wahrscheinlich im Kindesalter so oft knuddeln und herzen bis das Bedürfnis dazu mit den Jahren gesättigt war.

Ich habe aber ständigen Küken-Knuddel-Hunger! Denn bitte versteht: Ein Baby-Huhn sieht man nur sehr selten von Angesicht zu Angesicht – und es kommt noch viel seltener vor, dass man es auch auf die Hand nehmen darf.

Da ich ja ein ethisch korrektes Leben leben möchte, befinde ich mich mit meiner Kükenliebe im ständigen Zwiespalt mit mir selbst. Gebe es keine Legehennen, könnte ich noch viel seltener Küken sehen als ohnehin schon. Jaja, manche von euch sagen nun: „Geh doch an den nächsten Tümpel, da sind doch auch Entenküken in freier Wildbahn.“

Wenn ich aber sage, dass Küken meine Lieblingstiere sind, dann meine ich ausschließlich Hühnerküken. Die anderen sind auch niedlich, natürlich, aber keines löst diese frühlingshaften Verliebtheitsgefühle bei mir aus wie ein Hühnerküken.

Millionen Küken müssen sterben

Auf der anderen Seite werden Jahr für Jahr Millionen Küken getötet. Für die Aufzucht neuer Legehennen schlüpfen erst einmal männliche und weibliche Küken. Denn das Geschlecht lässt sich im Ei nicht so einfach bestimmen. Die geschlüpften Küken werden dann sortiert, die männlichen müssen sterben, die weiblichen werden Legehennen.

Darf ich also überhaupt noch Eier essen? Es ist doch schlimm, dass meine Lieblingstiere reihenweise abgeschlachtet und weggeworfen werden. Eine echte Gewissensfrage für mich. Absolut vegan lebe ich ja nicht, also gibt es mehrere Möglichkeiten für mich, das Thema Eier anzugehen. Hier sind meine drei Ostergedanken zum Tod und Leben von Jesus, dem Küken, für euch:

1) Bruderküken-Initiative

Alnatura hat kürzlich seinen Beitrag zu einem ethischeren Eierkonsum präsentiert: Die Bruderküken-Initiative. Die männlichen Küken werden nicht mehr nach der Geburt unschuldig umgebracht, sondern landen es erst nach etwa 17 Wochen beim Schlachter.

Eigentlich ist der Grund dafür, dass die männlichen Küken sterben müssen, folgender: Legehennen-Rassen eignen sich nicht für die Mast. Die männlichen Küken dieser Rasse bringen am Ende ihres Lebens nicht genug auf die Waage, um auf der Fleischtheke zu landen. Alnatura will sie ab sofort trotzdem aufziehen und zu Fleisch verarbeiten, weil das ethischer ist, als sie sofort umzubringen.

Für das Unternehmen ist das ein Verlustgeschäft. Deshalb kosten die Eier der Bruderküken-Initiative im Zehnerpack 40 Cent mehr als vorher. Ist natürlich besser, als der völlig sinnlose Tod kurz nach dem Schlüpfen.

Andererseits sollten sich Vegetarier fragen, ob auch bei diesem Ansatz ein Ei wirklich ein vegetarisches Lebensmittel ist. Damit es Legehennen gibt, kommen auch hier zwangsläufig Hähne zur Welt, die später gegessen werden.

2) Second-Hand-Hühner

Der Vater einer Freundin hat sich kürzlich zehn Second Hand Hühner auf einem Bio-Bauernhof gekauft. Sie hatten keine optimale Legeleistung mehr für den Landwirt. Jetzt leben sie auf dem Hof des Vaters meiner Freundin. 35 Euro hat er bezahlt, 3,50 Euro pro Huhn, fast schon billiger als eine Packung Eier.

Die Tiere zu halten ist kein Problem für ihn, er hat schon Schafe und Ziegen, da machen ein paar Hühner auch keinen Unterschied mehr. Jetzt hat er mehr Eier als er essen kann und verschenkt sie an Freunde und Bekannte im Dorf. Klingt für mich nach einer super Lösung!

Die Hühner dürfen weiter leben und sind keinem wirtschaftlichen Druck ausgesetzt. Für mich ist das aber etwas unpraktisch. Ich müsste meine Second-Hand-Hühner auf dem Balkon halten. Da hat bestimmt der ein oder andere Tierschützer was dagegen. Und der Vater meiner Freundin lebt einfach zu weit weg, um mir Eier zu schenken. Schade, schade!

3) Ohne Eier kochen

So Leute, jetzt wird’s vegan, total ethisch, ganz ohne Tierleid. Ich habe für euch ein Rezept ausprobiert, das ich wärmstens weiterempfehlen kann: Pfannkuchen ohne Ei! So wie ich Küken seit meiner Kindheit liebe, gehören auch Pfannkuchen seit anno dazumal zu meiner Vorstellung von einem glücklichen Leben.

Das Krasse ist: Diese Pfannkuchen schmecken ohne Ei genauso gut wie mit Ei. Das hat mich daran erinnert, wie meine Oma mir mal ein Teigtaschen Rezept gezeigt hat. Grundzutaten: Mehl, Wasser, Ei. Dazu sagte sie: „Früher habe ich es nur mit Wasser und Mehl gemacht. Wir hatten ja nichts!“ Geht also auch ohne! Und zwar nicht nur in der Nachkriegszeit, sondern auch 2017. Probiert selbst:

Kein Ei, aber sehr lecker: Ein veganer Pfannkuchen.

Ein veganer Pfannkuchen: Lecker, lecker. Man schmeckt das fehlende Ei gar nicht!

Das Rezept für den Teig habe ich von diesem Blog.

Ein bisschen habe ich es aber abgeändert. Hier ist meine Version:

250 ml Wasser

250 ml Mandelmilch

250 g helles Dinkelmehl

1 TL Xucker

1 Prise Salz

Alles gründlich mit dem Schneebesen verrühren. Pfanne ordentlich anheizen, Öl rein, eine Kelle Teig drauf und per Schwenken in der Pfanne verteilen. Wenden, sobald der Teig unten goldbraun ist.

Füllung: Tomaten-Gemüse mit Koriander

500g gehackte Tomaten

eine Karotte in kleine Stücke schneiden

eine Paprika in kleine Stücke schneiden

eine Zucchini in kleine Stücke schneiden

eine Zwiebel in kleine Stücke schneiden

Alles in eine Pfanne geben, anbraten, einen EL Mandelmus hinzugeben, salzen pfeffern, einen TL getrockneten Thymian dazu geben sowie einige Blätter frischen Koriander (nach Geschmack). Etwa 30 bis 45 Minuten auf kleiner Stufe köcheln lassen. Füllung in die Pfannkuchen, essen und glücklich sein!

Das einzige, was mich bei dieser Variante traurig macht: Es mussten zwar für meine veganen Pfannkuchen keine Küken sterben, es wurden aber auch keine dafür geboren. Schnüff!

Veganer Pfannkuchen – weil ich Küken liebe!
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